Nach dem gestrigen Feiertag (Fronleichnam) haben wir wieder Hunger und kochen das N.
Betty erinnert sich an ihre Kindheit im Süden von Brasilien: an einigen Sonntagen im Jahr kam die Familie im Haus der Großeltern zusammen. Oma und Opa waren noch in Deutschland geboren und als junge Erwachsene 1920 nach Brasilien ausgewandert. Sie gingen aus Not (Arbeitslosigkeit etc.) und lernten sich erst in der neuen Heimat kennen. An den Sonntagen haben Oma, Mutter und vier Tanten gemeinsam gekocht. Der Nudelteig wurde von Oma vorbereitet und mit den anderen Damen wie am Fließband durch eine kleine Nudelmaschine ausgezogen. Die frischen Nudeln wurden im ganzen Haus ausgebreitet, im Esszimmer, auf dem Nähtisch und in der Küche sowieso. Am Schluss waren Nudeln für 30 (!) Familienmitglieder fertig. Der Braten zu den Nudeln wurde in einem Holzofen auf dem Hof gemacht…..
Betty möchte also Nudeln machen. Das Rezept klappt gut:
400 g Mehl (wir haben Dinkelmehl genommen)
4 Eier
½ TL Salz
2 EL Öl
Eier, Salz und Öl verrühren, Mehl nach und nach einarbeiten; den Teig kneten (ja, mit den Händen!) bis er glatt ist (also 20 Minuten darf man da schon kneten). Der Teig darf dann etwas ruhen.
-
-
Artischocken
-
-
Stilleben
-
-
es grünt so grün
-
-
Nudelteig knetet: 20 Minuten!?
-
-
Blätter zupfen
-
-
Nudelmaschine
-
-
Rucola vom Balkon
-
-
Zutaten für Nudeln
-
-
frische Nudeln im Wok
-
-
Nudeln
-
-
guten Appetit
Für uns Zeit genug, um die Vorspeise zu genießen: zwei sensationell große Artischocken! Die Zubereitung ist ganz simpel. Der Stiel wird gekappt, die „offenen“ Stellen mit Zitrone (heute Limone) eingerieben und die Artischocken in reichlich Wasser mit Zitronensaft gekocht. Die Zitrone ist wichtig, damit das Gemüse nicht oxidiert (schwarz wird). Wir waren etwas voreilig, d.h. wir hätten die Teile noch 10 Minuten länger kochen können. Trotzdem lecker.
Für den Dipp haben wir es uns leicht gemacht: Sahnejoghurt + Senf + Pfeffer. Das war es und schmeckt immer wieder gut. Leider waren die Limetten aus, sonst hätte ein Schuss Limonensaft das ganze abgerundet.
Jetzt hatte der Teig genug geruht. Wir haben ihn in der Nudelmaschine durchgezogen: in vier 4 Portionen wurde er bis Stufe 4 ausgewalkt und auf ein gemehltes Tuch kurz zum Trocknen ausgelegt. Dann haben wir die Bahnen auf Stufe 5 dünner gemacht und als Bandnudeln geschnitten. Wir waren verblüfft, denn diesmal klebte nichts.
Die Nudeln wurden portionsweise in tüchtig Salzwasser gekocht. Das geht schnell. Sobald der „Mehlgeschmack“ weg ist, sind sie gar. Jeweils ca. 4 oder 5 Minuten.
Wir haben die Nudeln wie folgt angemacht (weniger ist mehr): geschnittener Knoblauch, eine getrocknete Chillischote, Cocktailtomaten und Rucola (vom Balkon: das Zeug wächst wie verrückt!) kurz in Butter geschwenkt, Nudeln und Parmesan dazu und fertig. Sehr lecker.
Wir haben zwar nicht 30 Verwandte satt bekommen, aber für 6 Personen reichen die Nudeln leicht. Mal sehen, ob wir die frischen Nudeln einfrieren können.
Ein Wort zum Kochgerät: der Wok. Er ist hier das Universalkochgerät. Dierk fühlt sich an seine Studentenzeit erinnert. Damals galt die Devise, möglichst flott, ohne großen Abwasch, alles in einem Topf! Nun, heute wird der Wok zwischendurch abgewaschen, aber als „einziger“ Topf hat er heute wieder funktioniert (Artischocken, Nudeln, Sauce).
Den Wein wollen wir noch trinken: Nero D´Avola aus Sizilien.