Schlagwort-Archiv: Nudeln

Heute kochen wir das Y

7 Nov

Dank unserer Freunde aus Japan haben wir auch heute etwas zu kochen: Yakisoba!

Yakisoba ist ein Nudelgericht mit etwas Fleisch und Gemüse (bei uns: Weißkohl, Karotten, Ingwer) und einer Soße. Das Essen stellt wohl so eine Art Hausmannskost dar, jedenfalls ist es schnell zubereitet und sehr lecker. Wir werden es wieder kochen.

Um die typische Soße für Yakisoba zu finden war ich in einem Japan-Laden in der Sendlinger Straße. Meine Frage nach den Zutaten für Yakisoba beantwortete man mit einem Griff ins Regal. Man bot mir freundlich ein Fertiggericht an, das man nur mit etwas Wasser aufgießen muss. Mein Hinweis, dass ich das Gericht frisch kochen möchte, erntete eiin mitleidiges Lächeln. Dort konnte man mir nicht helfen.

Ich bin also zu einem anderen Japan-Shop gegangen mit demselben reflexartigen Griff zum Fertiggericht (allerdings nicht so freundlich). Auf Nachfrage habe ich mich für eine Fertigsauce entschieden, um den typischen Geschmack kennen zu lernen.

heute kochen wir das O

9 Mai

Unser heutiges O haben wir schnell gefunden: Ossobuco alla milanese. In Bayern kennen wir uns mit Kalbshaxen gut aus, aber was man in Mailand damit macht, ist besonders lecker. Betty hat am Elisabethmarkt beim Metzger Stefan Moll wunderbare frische Scheiben von der Kalbshaxe bekommen (frisch bedeutet hier: frisch eingefroren, damit die Scheiben aufgesägt (aufgeschnitten werden können > beim Auftauen merkt man die Qualität).

Unser Mitkoch Peter hat darauf geachtet, dass die Haxenscheiben langsam schmoren. 2 1/2 Stunden braucht es mit dem ganzen Schnippelgemüse schon. In der Zwischenzeit haben wir frische Nudeln gemacht: Orecchiette, also Nudeln in Öhrchenform. Hier müssen wir noch etwas üben. Irgendwie waren sie zu mehlig…

Eigentlich ist Ossobuco ein einfaches Gericht. Man braucht einige Ofenzeit und ordentliche Zutaten. Das Ergebnis ist sehr lecker (wir haben kein Problem damit, dass auch ein rustikaler Knochen auf dem Teller liegt…). Bitte nachkochen.

Zum Abschluss einen Obstsalat, denn endlich gibt es wieder schöne Früchte. Ein guter Schuss Cointreau schadet nicht.

heute kochen wir das N

12 Jun

Nach dem gestrigen Feiertag (Fronleichnam) haben wir wieder Hunger und kochen das N.

Betty erinnert sich an ihre Kindheit im Süden von Brasilien: an einigen Sonntagen im Jahr kam die Familie im Haus der Großeltern zusammen. Oma und Opa waren noch in Deutschland geboren und als junge Erwachsene 1920 nach Brasilien ausgewandert. Sie gingen aus Not (Arbeitslosigkeit etc.) und lernten sich erst in der neuen Heimat kennen. An den Sonntagen haben Oma, Mutter und vier Tanten gemeinsam gekocht. Der Nudelteig wurde von Oma vorbereitet und mit den anderen Damen wie am Fließband durch eine kleine Nudelmaschine ausgezogen. Die frischen Nudeln wurden im ganzen Haus ausgebreitet, im Esszimmer, auf dem Nähtisch und in der Küche sowieso. Am Schluss waren Nudeln für 30 (!) Familienmitglieder fertig. Der Braten zu den Nudeln wurde in einem Holzofen auf dem Hof gemacht…..

Betty möchte also Nudeln machen. Das Rezept klappt gut:

400 g Mehl (wir haben Dinkelmehl genommen)

4 Eier

½ TL Salz

2 EL Öl

Eier, Salz und Öl verrühren, Mehl nach und nach einarbeiten; den Teig kneten (ja, mit den Händen!) bis er glatt ist (also 20 Minuten darf man da schon kneten). Der Teig darf dann etwas ruhen.

Für uns Zeit genug, um die Vorspeise zu genießen: zwei sensationell große Artischocken! Die Zubereitung ist ganz simpel. Der Stiel wird gekappt, die „offenen“ Stellen mit Zitrone (heute Limone) eingerieben und die Artischocken in reichlich Wasser mit Zitronensaft gekocht. Die Zitrone ist wichtig, damit das Gemüse nicht oxidiert (schwarz wird). Wir waren etwas voreilig, d.h. wir hätten die Teile noch 10 Minuten länger kochen können. Trotzdem lecker.

Für den Dipp haben wir es uns leicht gemacht: Sahnejoghurt + Senf + Pfeffer. Das war es und schmeckt immer wieder gut. Leider waren die Limetten aus, sonst hätte ein Schuss Limonensaft das ganze abgerundet.

Jetzt hatte der Teig genug geruht. Wir haben ihn in der Nudelmaschine durchgezogen: in vier 4 Portionen wurde er bis Stufe 4 ausgewalkt und auf ein gemehltes Tuch kurz zum Trocknen ausgelegt. Dann haben wir die Bahnen auf Stufe 5 dünner gemacht und als Bandnudeln geschnitten. Wir waren verblüfft, denn diesmal klebte nichts.

Die Nudeln wurden portionsweise in tüchtig Salzwasser gekocht. Das geht schnell. Sobald der „Mehlgeschmack“ weg ist, sind sie gar. Jeweils ca. 4 oder 5 Minuten.

Wir haben die Nudeln wie folgt angemacht (weniger ist mehr): geschnittener Knoblauch, eine getrocknete Chillischote, Cocktailtomaten und Rucola (vom Balkon: das Zeug wächst wie verrückt!) kurz in Butter geschwenkt, Nudeln und Parmesan dazu und fertig. Sehr lecker.

Wir haben zwar nicht 30 Verwandte satt bekommen, aber für 6 Personen reichen die Nudeln leicht. Mal sehen, ob wir die frischen Nudeln einfrieren können.

Ein Wort zum Kochgerät: der Wok. Er ist hier das Universalkochgerät. Dierk fühlt sich an seine Studentenzeit erinnert. Damals galt die Devise, möglichst flott, ohne großen Abwasch, alles in einem Topf! Nun, heute wird der Wok zwischendurch abgewaschen, aber als „einziger“ Topf hat er heute wieder funktioniert (Artischocken, Nudeln, Sauce).

Den Wein wollen wir noch trinken: Nero D´Avola aus Sizilien.

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