Schlagwort-Archiv: Parmesan

Heute kochen wir das O

21 Jun

Omelett

Erfindung des Omelett: der Gedanke, dass die Zubereitung von Eiern als Omelett “erfunden” wurde, ist zunächst verblüffend. Eier in der Pfanne zu braten, gehört für viele zu den ersten Gerichten, die man als Kind (manche erst als Erwachsene, gell Anja?) zubereitet.

In diesen Tagen gehen die Unruhen wegen der Wahlen im Iran durch die Medien. Dort kocht man Kookoo, eine Eierspeise, die bereits im antiken Persien bekannt war und als Vorläufer des Omletts gilt. Kookoo ist ein dicker Eierfladen, der in Streifen geschnitten wird und zu Reis, aber auch im Sandwich serviert wird.

Das Omelette ist eine französische Variante des antiken Kookoo. Der Begriff ist wohl seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gebräuchlich und taucht in dieser Schreibweise erstmals 1746 in Menons Kochbuch La Cuisinière bourgeoise auf, einem überaus erfolgreichem Kochbuch (150 Auflagen in 120 Jahren), das sich erstmals an die Frau als Köchin richtete.

Es gibt international hunderte von Omelett-Rezepten. In Italien finden wir Frittata, in Spanien Tortilla, in Kamodscha Bi pong moun und in Israel das aus Russland mitgebrachte Debilovka.

Wir bereiten heute, was Kühlschrank und Balkon in drei Varianten so hergibt:

1. Schinken, Zwiebel, Knoblauch

2. Broccoli, Feta-Käse

3. Zwiebel, Knoblauch, Tomaten, Kräuter, Parmesan

Die 6 Eier haben wir verkleppert (sagt man so, liebe Mutter?) und etwas gesalzen. In der Pfanne haben wir statt Butter etwas Ghee (geklärte Butter aus dem Asia-Laden) gegeben und die Eiermasse in drei Portionen (wegen der drei Varianten, alles klar..?) gebacken. Wichtig: nicht wenden! Die Eiermasse ist unten gar und oben etwas “saftig”.

Für die Version Nr. 1 wurden die Zwiebeln mit etwas Chilli und Knoblauch vorher angedünstet und der Schinken angebraten.

Für die Variante  Nr. 2 haben wir den Broccoli separat gedünstet und den Feta-Käse in dünnen Scheiben aufgelegt.

Schließlich (eigentlich schon satt) haben wir wieder Zwiebeln, Knoblauch und Chillie angedünstet und für die Nr. 3 auf die Tomaten die frische Kräuter vom Balkon (alles was grün ist) sowie Parmesan gestreut.

Betty mochte die Nr. 2, Dierk bevorzugte die Nr. 3. Immerhin sind wir gut satt geworden.

heute kochen wir das N

12 Jun

Nach dem gestrigen Feiertag (Fronleichnam) haben wir wieder Hunger und kochen das N.

Betty erinnert sich an ihre Kindheit im Süden von Brasilien: an einigen Sonntagen im Jahr kam die Familie im Haus der Großeltern zusammen. Oma und Opa waren noch in Deutschland geboren und als junge Erwachsene 1920 nach Brasilien ausgewandert. Sie gingen aus Not (Arbeitslosigkeit etc.) und lernten sich erst in der neuen Heimat kennen. An den Sonntagen haben Oma, Mutter und vier Tanten gemeinsam gekocht. Der Nudelteig wurde von Oma vorbereitet und mit den anderen Damen wie am Fließband durch eine kleine Nudelmaschine ausgezogen. Die frischen Nudeln wurden im ganzen Haus ausgebreitet, im Esszimmer, auf dem Nähtisch und in der Küche sowieso. Am Schluss waren Nudeln für 30 (!) Familienmitglieder fertig. Der Braten zu den Nudeln wurde in einem Holzofen auf dem Hof gemacht…..

Betty möchte also Nudeln machen. Das Rezept klappt gut:

400 g Mehl (wir haben Dinkelmehl genommen)

4 Eier

½ TL Salz

2 EL Öl

Eier, Salz und Öl verrühren, Mehl nach und nach einarbeiten; den Teig kneten (ja, mit den Händen!) bis er glatt ist (also 20 Minuten darf man da schon kneten). Der Teig darf dann etwas ruhen.

Für uns Zeit genug, um die Vorspeise zu genießen: zwei sensationell große Artischocken! Die Zubereitung ist ganz simpel. Der Stiel wird gekappt, die „offenen“ Stellen mit Zitrone (heute Limone) eingerieben und die Artischocken in reichlich Wasser mit Zitronensaft gekocht. Die Zitrone ist wichtig, damit das Gemüse nicht oxidiert (schwarz wird). Wir waren etwas voreilig, d.h. wir hätten die Teile noch 10 Minuten länger kochen können. Trotzdem lecker.

Für den Dipp haben wir es uns leicht gemacht: Sahnejoghurt + Senf + Pfeffer. Das war es und schmeckt immer wieder gut. Leider waren die Limetten aus, sonst hätte ein Schuss Limonensaft das ganze abgerundet.

Jetzt hatte der Teig genug geruht. Wir haben ihn in der Nudelmaschine durchgezogen: in vier 4 Portionen wurde er bis Stufe 4 ausgewalkt und auf ein gemehltes Tuch kurz zum Trocknen ausgelegt. Dann haben wir die Bahnen auf Stufe 5 dünner gemacht und als Bandnudeln geschnitten. Wir waren verblüfft, denn diesmal klebte nichts.

Die Nudeln wurden portionsweise in tüchtig Salzwasser gekocht. Das geht schnell. Sobald der „Mehlgeschmack“ weg ist, sind sie gar. Jeweils ca. 4 oder 5 Minuten.

Wir haben die Nudeln wie folgt angemacht (weniger ist mehr): geschnittener Knoblauch, eine getrocknete Chillischote, Cocktailtomaten und Rucola (vom Balkon: das Zeug wächst wie verrückt!) kurz in Butter geschwenkt, Nudeln und Parmesan dazu und fertig. Sehr lecker.

Wir haben zwar nicht 30 Verwandte satt bekommen, aber für 6 Personen reichen die Nudeln leicht. Mal sehen, ob wir die frischen Nudeln einfrieren können.

Ein Wort zum Kochgerät: der Wok. Er ist hier das Universalkochgerät. Dierk fühlt sich an seine Studentenzeit erinnert. Damals galt die Devise, möglichst flott, ohne großen Abwasch, alles in einem Topf! Nun, heute wird der Wok zwischendurch abgewaschen, aber als „einziger“ Topf hat er heute wieder funktioniert (Artischocken, Nudeln, Sauce).

Den Wein wollen wir noch trinken: Nero D´Avola aus Sizilien.

heute kochen wir das M

5 Jun

Auf den Abend haben wir uns gefreut: wir (Betty, Peter L., Dierk) sind bei Peter S. zu Gast!

Er hat eingekauft und wir sind nur gemütlich am Abend bei ihm zu Hause eingetrudelt. Die Rezepte hat Betty ausgesucht und aus dem Kopf (!) repetiert.

Als Vorspeise gab es Möhren-Orangensuppe. Wir haben 500 g Möhren geschnippelt und in Butter angebraten. Das wird mit 125 ml frischem Orangensaft, einer kleinen gehackten Zwiebel und 1 l Gemüsebrühe ca. 20 Minuten gekocht. Wenn man frischen Thymian, Salz und Pfeffer dazu gibt, ist es fertig. Saure Sahne und etwas Muskatnuss machen daraus eine tolle Sommersuppe. Wir waren happy.

Die Hauptspeise war ein lang gehegter Wunsch von Betty: Maultaschen! Wir haben einfach einen Nudelteig gemacht (Betty hat das Rezept langsam in Gefühl). Diesmal hat sie Eier dazu gegeben, damit es etwas schwäbischer schmeckt. Als Füllung hatten wir 200 g grob gehackten frischen Spinat (wir haben aufs blanchieren verzichtet und ihn roh weiter verarbeitet) mit einer gewürfelten Zwiebel, 20 g geräuchertem Bauchspeck (geräucherts Wammerl, wie man hier sagt), 200 g Rinderhackfleisch gebraten. Gewürzt haben wir mit 1 TL Thymian, Salz und Pfeffer und mit 1 EL Semmelbrösel gebunden. Der Teig wird dünn ausgerollt, mit der Füllung versehen und ausgeschnitten & fertig sind die Maultaschen. Wir haben sie in reichlich Brühe 15 Minuten gegart (Vorsicht: nicht kochen! Vorsicht: kleben zusammen, also nicht zu viele gleichzeitig in den Topf geben) und in Butter angeschwenkt. Der gehobelte Parmesan hat das Gericht zu einem Ereignis gemacht.

Wir können uns vorstellen, dass in Butter geschwenkte Salbeiblättchen gut passen würden (vorgemerkt für das nächste mal).

Als Nachspeise hat Peter Melonenkugeln ausgestochen und in Maraschino ertränkt. Mit Eis bleibt es was es ist: lecker!

Mit den Getränken sind waren wir konsequent: aus der Nordendquelle brachte Betty einen Rosewein  mit … etwas mit M…. und Peter servierte einen Marillenlikör.

Gut, dass die U-Bahn uns jeweils brav nach Hause gefahren hat.

heute kochen wir das L

29 Mai

Leider musste Peter S., der uns für den Abend eingeladen hatte, absagen. Wir haben also improvisiert.

Als Mitkocher kam Conny, die wie immer eine Quelle der Inspiration war.

Als Vorspeise gab es Ohnmachtshappen: Walnussbrot vom Hofpfister, einige Scheibchen Fenchelsalami, roher Schinken und Putenaufschnitt (unser Dank gilt erneut Metzger Bruckner!), Gewürzgurken, Mayonaise etc.

So gestärkt konnten wir uns dem Hauptgericht widmen: Lasagne (lt. Wikipedia “Das Wort lasagna (Plural lasagne) wird vom griechischen Wort lasanon, „Nachttopf“, abgeleitet”)!!!

Das Rezept haben wir im Blut: die Béchamelsauce wird aus ausgelassener Butter + Mehl + tüchtig Milch gekocht. Muskat ist ein Muss!

Die Fleischsauce wird aus Zwiebeln, Knoblauch, Hackfleisch, passierten Dosentomaten und frischen Kräutern vom Balkon gebruzzelt. Wir machen das im Wok, da der Topf wunderbar groß ist.

Conny zeigte sich als Lasange-Architektin: sie goß ein Fundament aus Bechamel, deckte mit Lasagneblättern ab, beschwerte das Gebäude mit Fleischsauce + Bechamel. So ging es zügig weiter. Betty zeigte uns, dass die Schichten sehr dünn sein müssen, so dass wir es auf 5 Schichten brachten. Als Dach gab es Tomatenscheiben und Parmesan. Nach 40 Minuten im Ofen, waren wir glücklich> klasse! Das schmeckt (außerdem könnten 6 Leute davon satt werden; in Brasilien nennen wir das “lasagne rica!”).

Zum Nachtisch brachte Conny den richtigen Impuls: Limes!

Also es gab noch frische Erdbeeren, die wir mit Wodka, Zucker und Eis pürrierten. Zum Verlängern haben wir Kokosmilch (statt Zitronen; waren aus) dazu gemischt > wir waren überrascht. Es hat uns besser geschmeckt, als das Originalrezept. Conny bekam ihre Ration mit nach Hause, weil sie mit Pkw da war.

Toller Abend.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.