Schlagwort-Archiv: Tomaten

Heute kochen wir das J

6 Mar

Wir nehmen das heutige Ergebnis vorweg:

- unser heutiges J schmeckt lecker, sehr lecker

- unser J klingt gut

- unser J ist eine Fusion aus vielen Einflüssen

> heute kochen wir Jambalaya!

Wir lenken unseren Blick auf New Orleans, der größten Stadt in Lousiana, USA. Hier gibt es ungeheuer viel Wasser (das Stadtgebiet liegt teilweise unter dem Meeresspiegel und ist eingedeicht) und wurde von Franzosen 1718 unter dem Namen La Nouvelle-Orléans gründet. 1762 ging die Stadt an die Spanier, die ihrerseits Florida verloren. Im Jahr 1800 ging die Stadt wieder an Frankreich zurück, bis es von Napoleon 1803 an die USA verkauft wurde. Damals hatte die Stadt rd. 10.000 Einwohner.

Den Bewohnern mit französicher Abstammung, den Kreolen (aus spanisch criollo; nicht verwechseln mit Kreolen in anderen Landstrichen und Sprachen; dort bezeichen sie andere Abstammungen), verdanken wir unser heutiges Rezept. Aus Frankreich stammt der Dreiklang von fein gehackten Zwiebeln, Gemüsepaprika und Staudensellerie. Dazu kommt gebratenes Fleisch oder Schinken, Tomaten und Reis. Der Reis wird mit dem Gemüse und dem Fleisch in einem großen Topf ähnlich wie eine spanische Paella gegart und bekommt einen karibischen Einschlag (aha: Fusion!).

Was bedeutet nun Jambalaya? Es gibt nur einen berühmten Song von Hank William zum Rezept, aber viele Versuche die Wortbedeutung zu erklären. Uns gefällt am besten folgende: jamb steht für jambon (franz.: Schinken), ala steht für à la (franz: in Art von) und ya steht für ya (westafrikanisach für Reis > alle Rechthaber können jetzt gegen uns Romantiker protestieren: es gibt keine afrikanische Sprache, in der Reis Ya heißt…ok…aber die Geschichte ist hübsch!).

Jambalaya, das kochen wir wieder!

Heute kochen wir das T

1 Aug

T wie Tomatensalat und Tandoori Chicken, was sonst.

Das ist so eine Sache mit dem Tandoori…

Tandoori ist ein kleiner Lehmofen aus Nordindien. Darin wird ein Hähnchen, mit Joghurt und allerlei Gewürzen gebacken.  Wir haben das Rezept sogar zwei mal gekocht mit unterschiedlichen Gewürzen. Einmal im Ofen, einmal auf dem Grill. Zwei mal waren wir enttäuscht.

Sorry Pini, aber auch Dein Rezept hat uns nicht überzeugt. Vielleicht kannst Du es für uns kochen, wir kommen gerne.

Heute kochen wir das O

21 Jun

Omelett

Erfindung des Omelett: der Gedanke, dass die Zubereitung von Eiern als Omelett “erfunden” wurde, ist zunächst verblüffend. Eier in der Pfanne zu braten, gehört für viele zu den ersten Gerichten, die man als Kind (manche erst als Erwachsene, gell Anja?) zubereitet.

In diesen Tagen gehen die Unruhen wegen der Wahlen im Iran durch die Medien. Dort kocht man Kookoo, eine Eierspeise, die bereits im antiken Persien bekannt war und als Vorläufer des Omletts gilt. Kookoo ist ein dicker Eierfladen, der in Streifen geschnitten wird und zu Reis, aber auch im Sandwich serviert wird.

Das Omelette ist eine französische Variante des antiken Kookoo. Der Begriff ist wohl seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gebräuchlich und taucht in dieser Schreibweise erstmals 1746 in Menons Kochbuch La Cuisinière bourgeoise auf, einem überaus erfolgreichem Kochbuch (150 Auflagen in 120 Jahren), das sich erstmals an die Frau als Köchin richtete.

Es gibt international hunderte von Omelett-Rezepten. In Italien finden wir Frittata, in Spanien Tortilla, in Kamodscha Bi pong moun und in Israel das aus Russland mitgebrachte Debilovka.

Wir bereiten heute, was Kühlschrank und Balkon in drei Varianten so hergibt:

1. Schinken, Zwiebel, Knoblauch

2. Broccoli, Feta-Käse

3. Zwiebel, Knoblauch, Tomaten, Kräuter, Parmesan

Die 6 Eier haben wir verkleppert (sagt man so, liebe Mutter?) und etwas gesalzen. In der Pfanne haben wir statt Butter etwas Ghee (geklärte Butter aus dem Asia-Laden) gegeben und die Eiermasse in drei Portionen (wegen der drei Varianten, alles klar..?) gebacken. Wichtig: nicht wenden! Die Eiermasse ist unten gar und oben etwas “saftig”.

Für die Version Nr. 1 wurden die Zwiebeln mit etwas Chilli und Knoblauch vorher angedünstet und der Schinken angebraten.

Für die Variante  Nr. 2 haben wir den Broccoli separat gedünstet und den Feta-Käse in dünnen Scheiben aufgelegt.

Schließlich (eigentlich schon satt) haben wir wieder Zwiebeln, Knoblauch und Chillie angedünstet und für die Nr. 3 auf die Tomaten die frische Kräuter vom Balkon (alles was grün ist) sowie Parmesan gestreut.

Betty mochte die Nr. 2, Dierk bevorzugte die Nr. 3. Immerhin sind wir gut satt geworden.

heute kochen wir das N

12 Jun

Nach dem gestrigen Feiertag (Fronleichnam) haben wir wieder Hunger und kochen das N.

Betty erinnert sich an ihre Kindheit im Süden von Brasilien: an einigen Sonntagen im Jahr kam die Familie im Haus der Großeltern zusammen. Oma und Opa waren noch in Deutschland geboren und als junge Erwachsene 1920 nach Brasilien ausgewandert. Sie gingen aus Not (Arbeitslosigkeit etc.) und lernten sich erst in der neuen Heimat kennen. An den Sonntagen haben Oma, Mutter und vier Tanten gemeinsam gekocht. Der Nudelteig wurde von Oma vorbereitet und mit den anderen Damen wie am Fließband durch eine kleine Nudelmaschine ausgezogen. Die frischen Nudeln wurden im ganzen Haus ausgebreitet, im Esszimmer, auf dem Nähtisch und in der Küche sowieso. Am Schluss waren Nudeln für 30 (!) Familienmitglieder fertig. Der Braten zu den Nudeln wurde in einem Holzofen auf dem Hof gemacht…..

Betty möchte also Nudeln machen. Das Rezept klappt gut:

400 g Mehl (wir haben Dinkelmehl genommen)

4 Eier

½ TL Salz

2 EL Öl

Eier, Salz und Öl verrühren, Mehl nach und nach einarbeiten; den Teig kneten (ja, mit den Händen!) bis er glatt ist (also 20 Minuten darf man da schon kneten). Der Teig darf dann etwas ruhen.

Für uns Zeit genug, um die Vorspeise zu genießen: zwei sensationell große Artischocken! Die Zubereitung ist ganz simpel. Der Stiel wird gekappt, die „offenen“ Stellen mit Zitrone (heute Limone) eingerieben und die Artischocken in reichlich Wasser mit Zitronensaft gekocht. Die Zitrone ist wichtig, damit das Gemüse nicht oxidiert (schwarz wird). Wir waren etwas voreilig, d.h. wir hätten die Teile noch 10 Minuten länger kochen können. Trotzdem lecker.

Für den Dipp haben wir es uns leicht gemacht: Sahnejoghurt + Senf + Pfeffer. Das war es und schmeckt immer wieder gut. Leider waren die Limetten aus, sonst hätte ein Schuss Limonensaft das ganze abgerundet.

Jetzt hatte der Teig genug geruht. Wir haben ihn in der Nudelmaschine durchgezogen: in vier 4 Portionen wurde er bis Stufe 4 ausgewalkt und auf ein gemehltes Tuch kurz zum Trocknen ausgelegt. Dann haben wir die Bahnen auf Stufe 5 dünner gemacht und als Bandnudeln geschnitten. Wir waren verblüfft, denn diesmal klebte nichts.

Die Nudeln wurden portionsweise in tüchtig Salzwasser gekocht. Das geht schnell. Sobald der „Mehlgeschmack“ weg ist, sind sie gar. Jeweils ca. 4 oder 5 Minuten.

Wir haben die Nudeln wie folgt angemacht (weniger ist mehr): geschnittener Knoblauch, eine getrocknete Chillischote, Cocktailtomaten und Rucola (vom Balkon: das Zeug wächst wie verrückt!) kurz in Butter geschwenkt, Nudeln und Parmesan dazu und fertig. Sehr lecker.

Wir haben zwar nicht 30 Verwandte satt bekommen, aber für 6 Personen reichen die Nudeln leicht. Mal sehen, ob wir die frischen Nudeln einfrieren können.

Ein Wort zum Kochgerät: der Wok. Er ist hier das Universalkochgerät. Dierk fühlt sich an seine Studentenzeit erinnert. Damals galt die Devise, möglichst flott, ohne großen Abwasch, alles in einem Topf! Nun, heute wird der Wok zwischendurch abgewaschen, aber als „einziger“ Topf hat er heute wieder funktioniert (Artischocken, Nudeln, Sauce).

Den Wein wollen wir noch trinken: Nero D´Avola aus Sizilien.

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